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Neuigkeiten und Berichte

www.ornitho.de gestartet

Die neue Eingabeplattform für ornithologische Beobachtungen www.ornitho.de wurde Ende Oktober 2011 vom DDA freigegeben. Bisher sind acht Eichsfelder Beobachter hier angemeldet. Das Portal bietet eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten und sollte rege genutzt werden. Auch unsere Fachgruppe profitiert davon bei der Erstellung der Jahresberichte.

 

Wieder Totfund einer Waldschnepfe

Als am 23.11.2009 4 tote Waldschnepfen unter einem Scheinwerfer im Zementwerk  Deuna durch G. Pfützenreuter gefunden wurden, zeigte dies, dass Lampen, Scheinwerfer oder große Fensterscheiben eine nicht zu unterschätzende Gefahr für nachts ziehende Vögel, wie zum Beispiel Waldschnepfen darstellen. Leider liegt auch vom diesjährigen Herbstzug wieder ein Totfund der Art vor. Auf dem Gelände der Fa. GRIWE in Haynrode fanden Mitarbeiter am 14.11.2011 erneut eine verunglückte Waldschnepfe. D. Rädel hat diese im Bild festgehalten und der Fachgruppe dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

H.-B. Hartmann

Arbeitseinsatz an der Eisvogelwand in Birkungen

Am 17.09.11 wurde von Mitgliedern der Fachgruppe Ornithologie und einigen anderen Naturfreunden die "Eisvogelwand" am Birkunger Ohnestau abgestochen. Da eine Pflegemaßnahme an dieser Steilwand im vergangenen Jahr an der ungünstigen Witterung (ständiger Regen) gescheitert war, gab es in diesem Jahr viel zu tun. Die Vegetation hatte sich in der Zwischenzeit stark ausgebreitet, so dass eine Eisvogelbrut kaum noch in Frage kam. Von 9.00 bis ca. 12.30 konnten etwa 20 m Steilwand abgestochen, sowie der Uferbereich von Vegetation und einigem Unrat befreit werden. Zwischenzeitlich gab es auch ein Frühstück für die Aktiven. Bleibt zu hoffen, dass der Eisvogel diese Maßnahme zu schätzen weis und sich nach einigen Jahren "Pause" wieder am Ohnestau ansiedelt. Das der Platz für eine Brut geeignet ist, hat er über mehrere Jahre bewiesen. Der Rückgang der Eisvogelpopulation in den letzten 3 Jahren hat seine Ursache in den strengen Wintern, in denen alle Gewässer zugefroren waren und der Eisvogel keine Nahrung mehr finden konnte. Sollte der nächste Winter nicht wieder ein besonders strenger werden, sind die Aussichten für eine erneute Brut recht gut, zumal er immer mal am Ohnestau gesehen wird. 

 

Exkursion zum Stausee Hauröden

Am Morgen des 04.09.2011 trafen sich um 7.00 Uhr 9 Naturfreunde am Hauröder Stau zu einer ornithologischen Exkursion. Es zeigte sich sehr schnell, dass der herbstliche Vogelzug begonnen hatte. So konnten schon nach kurzer Zeit 8 Rotmilane, 2 Baumfalken und eine weibliche Rohrweihe zielstrebig Richtung SW ziehend beobachtet werden. Nachdem ein kurzer Regenschauer niedergegangen war, den die Exkursionsteilnehmer unter Bäumen verbracht hatten, klarte das Wetter wieder auf. In dieser Zeit konnte ein Wanderfalke beobachtet werden, der auf einem angrenzenden Feld rastete. Auf dem Stau selbst hielten sich ca. 10 Blessrallen, 3 Teichrallen, 1 Reiherente, 2 Zwergtaucher sowie eine Familie Nilgänse mit 6 Jungvögeln auf. Zahlreich Kleinvögel waren in den umliegenden Hecken zu hören und auch manchmal zu sehen. Der weitere Weg führte die Exkursionsteilnehmer zum Klärteich bei Werningerode, wo ebenfalls ein Paar Nilgänse gebrütet hatte. Dessen Jungvögel waren noch sehr klein, sodass von einem Schlupftermin um den 01. September (!) ausgegangen werden muss. Weiterhin wurden hier 3 Krickenten und ein Zwergtaucher angetroffen. Weitaus größere Individuenzahlen waren auf dem anschließend besuchten Schiedunger Teich vorhanden. Unter mehreren Hundert Enten befanden sich auch mindestens 20 Tafelenten und eine Reiherente. Zu den Höhepunkten der Exkursion gehörten zweifellos auch die 4 anwesenden Silberreiher, die weibliche Rohrweihe und eine Trauerseeschwalbe. Den Abschluss der Exkursion, die von Naturfreund D. Rädel aus Großbodungen geleitet wurde, bildete ein Besuch an den Helenenhofteichen. Diese waren ornithologisch nicht so interessant, lediglich ein Flußuferläufer konnte hier beobachtet werden.

Insgesamt war es wieder eine interessante Exkursion in einer Gegend, die vielen Naturfreunden noch nicht oder nur sehr flüchtig bekannt war.

H.-B. Hartmann

Vereinsfahrt zu den Rieselfeldern Münster

Am 27.08.2011 trafen sich 25 Naturfreunde, Fachgruppenmitglieder und einige Gäste, um sich die Rieselfelder von Münster mit ihrer einzigartigen Vogelwelt anzuschauen. Mit einem Bus der Eichsfeldwerke ging es um 5.30 Uhr in Leinefelde los. Alles war von Familie Trümper hervorragend organisiert. Nach 4 Stunden Busfahrt erreichten die Teilnehmer die Biologische Station "Rieselfelder Münster". Hier wurden wir von der Mitarbeiterin der Biologischen Station, Frau Klein, empfangen. Da zu diesem Zeitpunkt gerade ein Regenguss niederging, wurde als erstes die Station selbst besichtigt. Nach kurzer Zeit hatten sich die Regenwolken verzogen, sodass die Wanderung um die ehemaligen Klärteiche beginnen konnte. Entlang der Klärteiche, die unterschiedliche Wasserstände aufwiesen und daher für viele verschiedene Vogelarten zur Rast geeignet waren, gab es zahlreiche Beobachtungsstände. Daher konnte die Vogelwelt ohne Störung und aus relativ geringer Entfernung beobachtet werden. Auf den Flachwasserteichen rasteten vor allem zahlreiche Möwen, Grau- und Nilgänse, verschiedene Enten sowie Kiebitze, Kampfläufer, Wald- und Bruchwasserläufer, Grünschenkel sowie mehrere andere Limicolen. Da im Gelände auch Netze zur wissenschaftlichen Vogelberingung aufgestellt waren, konnte uns der Leiter der Station an diesem Vormittag neben Blaukehlchen und Teichrohrsänger auch Schilfrohrsänger und den sehr seltenen Seggenrohrsänger aus nächster Nähe zeigen (siehe Foto). Hier konnten wir uns die genauen Merkmale der beiden ähnlichen Vogelarten genau anschauen. Im weiteren Verlauf des Vormittags durchstreiften die meisten der mitgereisten Naturfreunde eine Wiesenlandschaft auf der zwischen vielen rastenden Saat- und Graugänsen auch eine Streifengans ausgemacht werden konnte. Außerdem hielten sich hier zahlreiche Rohr - und Kornweihen auf. Am Ende dieses Weges wartete im "Heidekrug" das wohlverdiente Mittagessen auf die Wanderer. Unter Kastanien machten es sich die meisten Naturfreunde an rustikalen Tischen bequem (siehe Foto). Doch bevor die Mahlzeit beginnen konnte setzte erneut ein kräftiger Regenguss ein, der alle anwesenden schnell in die Gaststätte flüchten ließ.
Gegen 14.30 Uhr setzten wir unsere Fahrt mit dem Bus in die Innenstadt von Münster fort, wo der Dom und andere Sehenswürdigkeiten besichtigt wurden. Um 17.00 Uhr traten wir dann die Rückreise an. Zufrieden und mit einigen neuen Erkenntnissen erreichten wir gegen 20.30 wieder Leinefelde.

H.-B. Hartmann

Exkursion zum Dietzenröder Stein am 12.06.2011

In den frühen Morgerstunden des 12.06.11 begaben sich 10 Naturfreunde unter Leitung von Grit Bierwisch auf den Weg von Weidenbach zum Dietzenröder Stein, um die dortige Natur zu besichtigen. Wie es bei einer reinen "Waldexkursion"
zu erwarten war, wurde die Liste der angetroffenen Vogelarten nicht sehr lang. Der Weg führte die Teilnehmer entlang der Abbruchkante des Dietzenröder Steins bis zur Asbacher "Nase". In der Nähe des Dietzenröder Stein entstanden auch die Fotos, die einmal Teilnehmer der Exkursion und zum Anderen einen Blick vom Stein nach Fretterode und zum ältesten Eichsfelder Naturschutzgebiet "Hasenwinkel" zeigen. Neben den üblichen Waldvögeln - Buchfink, Zaunkönig, Rotkehlchen, Zilpzalp u.v.m. konnten nicht ganz unerwartet auch Schwarzspecht und Haubenmeisen beobachtet werden. Als typischer Waldbewohner war der Waldlaubsänger mit 8 rufenden Exemplaren (auf ca.2 Km) Waldweg noch gut vertreten, was nicht mehr für jeden Wald zutrifft. Auch der "Vogel des Jahres 2011", der Gartenrotschwanz konnte hier ausgiebig beobachtet werden. Den unerwarteten Höhepunkt des Vormittags bildete allerdings der Nachweis des Pirols an der Asbacher Nase.
Wie es für einen Pirol üblich ist, hielt er sich lange Zeit in den Baumkronen verborgen, sodass er meist "nur" verhört werden konnte. Nur einmal flog er zur Freude aller Naturfreunde über die Exkursionsteilnehmer hinweg in eine andere Baumkrone. Auch einige interessante Pflanzenarten wurden trotz der anhaltenden Trockenheit gefunden. Neben den recht zahlreich vorhandenen Eiben erregten vor allem die in der Krautschicht des Waldes vorhandenen Arten Braunroter Sitter, Geflecktes Knabenkraut, Türkenbundlilie oder Seidelbast das Interesse der Teilnehmer.
Möglicherweise durch die waren Temperaturen der letzten Jahre könnte es derzeit zu einer Zunahme des Pirolbestandes im Eichsfeld kommen. Deshalb bittet die FG Ornithologie Eichsfeld e.V. alle Naturfreunde, denen in den letzten Jahren im Eichsfeld Pirolbeobachtungen gelungen sind, dies an die Fachgruppe zu melden.

 

H.-B. Hartmann

Beutelmeise wieder Brutvogel im Eichsfeld

Das Eichsfeld liegt am Westrand des Osteuropäisch - asiatischen Verbreitungsgebietes der Beutelmeise. Bis in die 90iger Jahre des vorigen Jahrhunderts breitete sich die Beutelmeise langsam weiter westwärts aus und erreichte das Eichsfeld sporadisch. Die Ausbreitung kam in den letzten 10-15 Jahren scheinbar zum Erliegen. Bis zum Jahr 1994 gab es im Eichsfeld nachweislich 4 Beutelmeisenbruten. Zwischen 1994 und 2008 konnte die Beutelmeise nicht in jedem Jahr und nur außerhalb der Brutzeit festgestellt werden. Umso überraschender kam der Brutnachweis in diesem Jahr am Seeloch bei Gernrode, wo E. Schwarz, Worbis, am 22.05. ein beflogenes Beutelmeisennest (siehe Foto) in einer Weide fand. Die Altvögel konnten in diesen Tagen ständig bein Füttern der Jungvögel beobachtet werden. Um den 04.06. verließen die Jungvögel ihr kunstvoll gebautes Nest, das jetzt im Naturschutzzentrum in Reifenstein bewundert werden kann. Dies war der 5.

Brutnachweis der Beutelmeise im Eichsfeld seit der Einführung der zentralen Datenerfassung durch die Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld e.V. im Jahr 1966 und der erste Brutnachweis seit 1994.

Bisher bekanntgewordene Brutplätze der Beutelmeise im Eichsfeld:

    1967 - Haynrode, Schollenteich

    1989 - Ecklingerode, Grenzstreifen

    1991 - Teistungen, Stausee

    1994 - Lindewerra, Kiesteiche

Sollten andere Naturfreunde noch weitere (auch frühere) Brutplätze der Beutelmeise kennen, wäre die Fachgruppe Ornithologie sehr an Informationen hierüber interessiert.

 

Beutelmeise am Nest (in der Türkei)                                                       Beutelmeisennest in Gernrode 2011            (Fotos H.-B. Hartmann)

 

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Stand: 08.12.11